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Silber

Silber ist etwa seit 4000 vor Christus bekannt. Wegen seiner Seltenheit war es zeitweise wertvoller als Gold. Erst ca. 500 vor Christus bauten die Griechen eine signifikante Produktion des Metalls auf. 296 vor Christus führte das Römische Reich den Silberdenar als Währungsmünze ein. Das chemische Symbol Ag stammt vom griechischen (argyros) bzw. lateinischen (argentum) Wort für Silber
Allgemein
Name
Silber
Symbol
Ag
Ordnungszahl
47
Serie
Übergangsmetalle
Gruppe
3, 2, 1
Aussehen
weiß metallisch
Dichte
10.49 g/cm3
Schmelzpunkt
1235,08 K (961,9 °C)
Atomgewicht
107.8682 u
Eigenschaften
Das weiß glänzende Edelmetall Silber weist die kubisch-flächenzentrierte Gitterstruktur auf. Es besitzt eine außerordentlich große Bandbreite positiver physikalischer Eigenschaften, wie zum Beispiel das höchste Reflexionsvermögen aller Metalle für Licht und die höchste thermische und elektrische Leitfähigkeit aller Metalle. Das weiche Silber (HV 30) ist nach Gold darüber hinaus das dehnbarste Metall; es lässt sich zu extrem feinen Drähten ziehen bzw. zu sehr dünnen Folien aushämmern. Zu den chemischen Eigenschaften zählt, dass Silber von nichtoxidierenden Säuren wie Salzsäure bei Raumtemperatur nicht angegriffen wird; in oxidierenden Säuren (z. B. Salpetersäure) bzw. heißer konzentrierter Schwefelsäure und bei Anwesenheit von Sauerstoff in Alkalicyanidlösungen leicht löslich ist. Gegen Schmelzen der Alkalihydroxide ist Silber beständig. In Verbindungen liegt Silber meist in der Oxidationsstufe +1 vor, obwohl auch die Wertigkeiten +2, +3 und +4 auftreten. Darüber hinaus besitzt Silber antibakterielle, fungizide sowie antiseptische Eigenschaften.
Gewinnung / Produktion
Die weltweit wichtigsten Silberproduzenten sind Mexiko, Peru und China mit je ca 15 % Anteil. Es findet sich gediegen oder in sulfidischen Mineralien wie zum Beispiel Argentit, wobei Silber meist auch bei der Gewinnung von Kupfer oder Blei als Beimetall anfällt. Aus Silbererzen wird Silber häufig durch Cyanidlaugung mit Natriumcyanid unter Luftzutritt herausgelöst, wobei sich Silber als komplexes Silbercyanid-Salz löst. Aus diesem Salz wird Rohsilber durch Reduktion mit unedlem Zink gewonnen. Die weitere Reinigung zum Feinsilber erfolgt gewöhnlich elektrolytisch. Das Recycling von Silber aus fotografischen Anwendungen ist bislang weiterhin eine bedeutende sekundäre Quelle ebenso wie silberhaltige, verbrauchte Katalysatoren aus industriellen Anwendungen sowie das Juweliergeschäft.
Anwendung
Spielte Silber in früheren Zeiten hauptsächlich bei Münzen und Schmuck eine große Rolle, so erweiterten sich die Anwendungsgebiete mit dem technischen Fortschritt in Industrie und Medizin. Heraeus bietet der Elektro- und Elektronikindustrie silberhaltige Produkte in Kontakten, Leitpasten und Leitklebern. In der chemischen Industrie findet Silber zum Beispiel als Katalysator für die Ethylenoxidherstellung Verwendung. Fotopapier und Fotofilm basieren auf der dem Zerfall von Silber-Halogeniden durch Lichteinwirkung. Die optische Industrie setzt Silber bei Spiegeln ein. Silber findet sich in unzähligen weiteren technischen Anwendungen wie zum Beispiel als Lotlegierungen sowie Wärme- und Lichtreflektoren. Heraeus liefert Sputtertargets für die Abscheidung dünner Reflexions-Schichten bei der Herstellung von Fensterglas mit niedrigem Lichtemissionsgrad. Neue Materialien und Beschichtungsverfahren nutzen die antibakterielle Wirkung durch die Einbettung von nanoskaligem Silber, zum Beispiel für die antimikrobielle Ausrüstung von Textilien. Silber wird weiterhin in der Dentaltechnik (Amlagam) und in der Glas- und Emailleherstellung eingesetzt.