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Tantal

Tantal wurde 1802 von Ekeberg in Schweden entdeckt. Er nannte es nach dem Tantalos, einer Figur aus der griechischen Mythologie, der seinen Durst nie löschen konnte. Wegen der großen chemischen und physikalischen Ähnlichkeit von Tantal und Niob konnte erst Mitte des 19. Jahrhunderts eindeutig bewiesen werden, dass es sich um zwei verschiedene Elemente handelt. Von Bolton gelang es 1903 duktiles metallisches Tantal herzustellen.
Allgemein
Name
Tantal
Symbol
Ta
Ordnungszahl
73
Serie
Übergangsmetalle
Gruppe
5, 6, d
Aussehen
graubläulich
Dichte
16,68 g/cm3
Schmelzpunkt
3290 K (2996 °C)
Atomgewicht
180,9479 u
Eigenschaften
Tantal ist ein schweres, in seinen chemischen und physikalischen Eigenschaften dem Niob sehr ähnliches, bis ~250 °C luftbeständiges, durch eine dünne Oxidschicht sich selbst schützendes, sehr gut umformbares Metall, das kubisch raumzentriert kristallisiert. Bei Temperaturen über 250 °C reagiert Tantal mit Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Kohlenstoff und setzt daher eine Bearbeitung über dieser Temperatur im Vakuum oder unter Schutzgas voraus. Tantal ist beständig gegen alle Säuren, außer heißer, rauchender Schwefelsäure (Oleum) und Flusssäure. Von Alkalilaugen wird es nur langsam angegriffen. In seinen Verbindungen tritt es in Wertigkeiten von -3, -1, 0, +2, +3, +4 und +5 auf, wobei sich die meisten jedoch vom fünfwertigen Tantal ableiten lassen. Bei einer Temperatur unterhalb 4,28 K ist Tantal supraleitend.
Gewinnung / Produktion
Die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich in Australien (~70 %), Brasilien (~20 %), Kanada und Afrika. Tantal kommt in seinen Mineralien vorwiegend als Mischoxid (wichtigstes: Tantalit) sowie in Zinnseifen, immer verschwistert mit Niob vor. Daher muss zur Herstellung von Tantal das Niob nach dem Auflösen des Erzkonzentrates durch aufwendige flüssig/flüssig Extraktion mittels MIBK oder durch Destillation der Chloride abgetrennt werden. Das dabei gewonnene Ta2O5 kann anschließend mit Natrium (wichtigster Prozess) zu Tantal-Metall reduziert werden. Die Reinigung des Metalls erfolgt danach durch mehrfaches Schmelzen im Vakuum in einer Elektronenstrahlschmelzanlage.
Anwendung
Zirka 60 % der Jahresweltproduktion (2007 ca. 1100 t) werden zu Kondensatoren verarbeitet. Weitere Anwendung findet Tantal im chemischen Apparatebau sowie für Laborgeräte, als Implantat in der Medizintechnik, als Elektrode in Röntgenröhren, in Superlegierungen mit Nickel für Turbinen / Hochtemperaturanwendungen und als Ta2O5 wegen des hohen Brechungsindexes in optischen Gläsern. Tantalcarbid wird mit einer, dem Diamant sehr nahe kommenden Härte und einem extrem hohen Schmelzpunkt (~3900 °C) als Schutzschicht auf hochwarmfesten Legierungen für Triebwerke und Schneidwerkzeuge eingesetzt. Ebenfalls wird Tantal als Bestandteil von Wolframcarbid-Hartmetallen eingesetzt, um vor allem die Härte bei hoher Temperatur zu erhöhen.